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Pfings­ten liegt hin­ter uns, Fron­leich­nam haben wir gera­de gefei­ert.
Nun gilt es, die­se Erfah­rung in unse­ren All­tag zu tra­gen.
Denn Glau­be erschöpft sich nicht in fest­li­chen Tagen und schö­nen Zei­chen; er will unser Den­ken, unser Han­deln und unser Mit­ein­an­der prä­gen — mit­ten in der Wirk­lich­keit unse­rer Zeit.

Die Trans­for­ma­ti­on in Kir­che, in unse­rem Staat und in unse­rer Wirt­schaft for­dert uns her­aus.
Sie ver­än­dert Bestehen­des und Ver­trau­tes, wäh­rend das Zukünf­ti­ge noch nicht klar zu erken­nen ist.
Gera­de das weist uns auf eine tie­fe Span­nung hin:
Vie­les, was uns bis­her Halt gege­ben hat, gerät in Bewe­gung, und was kom­men wird, bleibt noch undeut­lich.
Das ver­un­si­chert und ver­stört.
Umso wich­ti­ger ist es, in die­ser Lage nicht nur auf den Ver­lust zu schau­en, son­dern auch offen zu blei­ben für das, was neu wer­den kann.

Pfings­ten und Fron­leich­nam erin­nern uns dar­an:
Gott bleibt gegen­wär­tig.
Sein Geist stärkt, bewegt und ermu­tigt.
Chris­tus geht mit uns — nicht nur in fest­li­chen Pro­zes­sio­nen, son­dern auch auf den gewöhn­li­chen Wegen unse­res Lebens.

Dar­um müs­sen wir nicht resi­gnie­ren.
Gera­de in Zei­ten der Trans­for­ma­ti­on sind wir als Chris­ten geru­fen, unse­ren Bei­trag zu leis­ten:
mutig, hoff­nungs­voll und in einer tie­fen, lei­sen Zuver­sicht.
Wir dür­fen nicht nur um uns selbst krei­sen.
Viel­mehr sind wir gesandt, wie Sau­er­teig zu wir­ken — mit­ten in die­ser Welt, unschein­bar viel­leicht, aber mit der Kraft, Leben zu ver­wan­deln und Hoff­nung wach­sen zu lassen.

Viel­leicht beginnt das Neue unschein­bar:
in einem Wort, das auf­rich­tet, in einer Ges­te der Ver­söh­nung, in einer Ent­schei­dung zum Mit­tra­gen, im Gebet, im gedul­di­gen Aus­hal­ten, im offe­nen Blick für den ande­ren.
Christ­li­cher Glau­be heißt dann, nicht nur auf das zu schau­en, was fehlt oder bedroht ist, son­dern auch auf das, was wach­sen kann.
So wer­den wir im All­tag zu Men­schen, die Hoff­nung nicht nur für sich bewah­ren, son­dern sie die­ser Welt schenken.

Bit­ten wir Gott, dass er uns in die­ser Zeit nicht den Mut ver­lie­ren lässt.
Dass er unse­re Her­zen weit macht, wenn wir uns ängs­ti­gen.
Dass er uns bewahrt vor dem Krei­sen um uns selbst.
Und dass er uns die Kraft schenkt, gera­de in allem Wan­del hoff­nungs­voll, mutig und zuver­sicht­lich zu leben.

Ein schö­nes Wochen­en­de und eine gute Zeit,

Ihr Wolf­gang Herz, Gemeindereferent

Bild: Marc Urhau­sen in Pfarrbriefservice.de