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Im Advent beglei­tet uns Musik — ver­trau­te Melo­dien, war­me Wor­te, hoff­nungs­vol­le Stim­mun­gen.
Und doch klin­gen die bibli­schen Tex­te am 1. Advents­sonn­tag anders: Sie rufen zur Wach­sam­keit auf, spre­chen von einer Welt im Über­gang.
Pau­lus mahnt sogar, wir sol­len die „Waf­fen des Lichts“ anle­gen.
Das wirkt fast streng inmit­ten von Ker­zen­schein und Vor­freu­de.
Doch Pau­lus meint kei­ne Waf­fen gegen Men­schen, son­dern eine inne­re Aus­rüs­tung — Werk­zeu­ge, die uns schüt­zen vor dem, was das Herz ver­dun­keln kann: Gleich­gül­tig­keit, Bequem­lich­keit, Ego­is­mus, Resignation.

Das klingt wie­der ziem­lich mora­lisch.
Mir ist bewusst: Unser Leben ist nicht schwarz oder weiß.
Jede und jeder trägt Ver­let­zun­gen, Feh­ler, Ent­täu­schun­gen, Unsi­cher­hei­ten, Ängs­te mit sich — „sein eige­nes Elend“, wie ein Mit­bru­der in mei­ner Klos­ter­zeit ein­mal sag­te.
Manch­mal ist die­ses inne­re Dun­kel stär­ker spür­bar als das äuße­re und prägt unser Han­deln, manch­mal lei­se, aber deutlich.

Lasst uns able­gen die Wer­ke der Fins­ter­nis und anle­gen die Waf­fen des Lichts.“ (Röm. 13, 12) — Aber wie kommt man dort­hin?
Viel­leicht beginnt es dort, wo wir das inne­re Dun­kel nicht mehr ver­drän­gen.
Licht erreicht die Stel­len, an denen wir ehr­lich wer­den — vor uns selbst und vor Gott.
Psalm 18 sagt: „Du führst mich hin­aus ins Wei­te.“
Das beschreibt nicht nur äuße­re Frei­heit, son­dern inne­re Befrei­ung aus Angst und Enge.
„Du machst mei­ne Fins­ter­nis hell“ — Gott nimmt das Dun­kel ernst und ver­wan­delt es, bis wir wie­der Ori­en­tie­rung finden.

Die „Waf­fen des Lichts“ sind des­halb Wege: Lie­be, Glau­be, Hoff­nung, Wahr­haf­tig­keit, Gerech­tig­keit, Frie­den — nicht For­de­run­gen, son­dern Kräf­te, die uns öff­nen und aufrichten.

Manch­mal brau­chen wir Orte und Zei­ten, an denen die­ses Licht uns errei­chen darf.
Wo zieht es Sie in den kom­men­den Wochen hin?
Wo hal­ten Sie inne?

Viel­leicht kön­nen die Rora­te­mes­sen in Has­pe ein sol­cher Ort sein: Ker­zen­licht, Stil­le, Gesang, bibli­sche Wor­te — Licht, das lang­sam wächst.
Schritt für Schritt will Got­tes Licht Raum in uns gewin­nen.
Eine geseg­ne­te Advents­zeit wünscht Ihnen

Ihr Vikar Mike Hottmann

Rora­te­mes­sen in der Kir­che St. Boni­fa­ti­us Haspe

Mitt­woch, 3. Dezem­ber — 18 Uhr
Mitt­woch, 10. Dezem­ber — 18 Uhr
Mitt­woch, 17. Dezem­ber — 18 Uhr

Impuls­bild: Six­teen Miles Out für unsplash.de

 

Roratemessen