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Im Rah­men einer wis­sen­schaft­li­chen Stu­die an der Uni­ver­si­tät Regens­burg sucht Phil­ip­pa Haa­se ehe­ma­li­ge Mit­glie­der der Katho­li­schen Inte­grier­ten Gemein­de (KIG), die bereit sind, über ihre Erfah­run­gen zu sprechen.

In ver­schie­de­nen Bei­trä­gen des Baye­ri­schen Rund­funks – dar­un­ter Geknech­tet unterm Kreuz, See­len­fän­ger. Ver­rat im Namen des Herrn: Die Inte­grier­te Gemein­de, wei­te­re Repor­ta­gen zur KIG – sowie im Pod­cast See­len­fän­ger – Im Bann der KIG haben ehe­ma­li­ge Mit­glie­der ihre Geschich­te öffent­lich gemacht und viel­fach die Hoff­nung geäu­ßert, dass es eine unab­hän­gi­ge wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chung geben möge, die Erfah­run­gen ernst nimmt und For­men spi­ri­tu­el­len und struk­tu­rel­len Miss­brauchs auf­ar­bei­tet.
Mit dem For­schungs­pro­jekt möch­te an die­sen Wunsch der Betrof­fe­nen anknüp­fen und einen Bei­trag zu einer ver­ant­wor­tungs­vol­len, wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Auf­ar­bei­tung leisten.

Die Stu­die wird am Lehr­stuhl für Pas­to­ral­theo­lo­gie und Homi­le­tik der Uni­ver­si­tät Regens­burg als Pro­mo­ti­ons­pro­jekt unter der Betreu­ung von Prof.in Dr. Ute Leim­gru­ber durch­ge­führt.
Sie wird nicht durch kirch­li­che Gel­der, son­dern aus­schließ­lich durch eine Qua­li­fi­ka­ti­ons­stel­le der Uni­ver­si­tät Regens­burg finan­ziert.
Die For­sche­rin hat kei­ne per­sön­li­che Nähe zur KIG.
Sie beschäf­tigt sich seit meh­re­ren Jah­ren wis­sen­schaft­lich mit der Geschich­te, Spi­ri­tua­li­tät und Struk­tur der Gemein­schaft.
Sie ist Mit­glied im For­schungs­netz­werk missbrauchsmuster.de, das sich mit Mus­tern spi­ri­tu­el­len und kirch­li­chen Miss­brauchs befasst.
Das Vor­ha­ben wur­de im Rah­men eines Ethik­an­trags von der Ethik­kom­mis­si­on der Uni­ver­si­tät Regens­burg posi­tiv beur­teilt, womit der Schutz der Teil­neh­men­den, die Anony­mi­tät und der wis­sen­schaft­li­che Stan­dard der Daten­er­he­bung sicher­ge­stellt sind.

Im Zen­trum der For­schung steht die Fra­ge, wie Men­schen das geist­li­che und all­täg­li­che Leben und die Lei­tungs­kul­tur der KIG erlebt haben – in tra­gen­den, ambi­va­len­ten oder belas­ten­den Facet­ten.
Beson­de­res Augen­merk gilt For­men spi­ri­tu­el­len Miss­brauchs, der in die­ser Stu­die als „Ver­let­zung des spi­ri­tu­el­len Selbst­be­stim­mungs­rech­tes einer Per­son“ defi­niert wird.
Zugleich sind aus­drück­lich auch Men­schen ein­ge­la­den, deren Erfah­run­gen über­wie­gend posi­tiv oder gemischt waren, da nur ein brei­tes Spek­trum an Stim­men ein dif­fe­ren­zier­tes Bild ermöglicht.

Phil­ip­pa Haa­se bringt für die­ses For­schungs­pro­jekt sowohl wis­sen­schaft­li­che als auch per­sön­li­che Erfah­rung und Qua­li­fi­ka­tio­nen mit: Als ehe­ma­li­ge Ordens­frau kennt sie gemein­schaft­li­che Lebens­for­men, spi­ri­tu­el­le Pra­xis und kirch­li­che Macht­asym­me­trien aus einer Innen­per­spek­ti­ve.
Sie arbei­tet trau­ma­sen­si­bel, ach­tet auf siche­re Gesprächs­rah­men und respek­tiert die Selbst­be­stim­mung der Teil­neh­men­den.
Die Inter­views die­nen nicht der seel­sorg­li­chen Beglei­tung oder der mora­li­schen Bewer­tung ein­zel­ner Per­so­nen, son­dern dem wis­sen­schaft­li­chen Ziel, struk­tu­rel­le Mus­ter sicht­bar zu machen und Betrof­fe­nen Gehör zu verschaffen.

Die Teil­nah­me an der Stu­die ist frei­wil­lig.
Jede Per­son ent­schei­det selbst, wor­über sie spre­chen möch­te und wor­über nicht.
Gesprä­che kön­nen jeder­zeit unter­bro­chen oder abge­bro­chen­wer­den.
Da Erin­ne­run­gen belas­tend sein kön­nen, bie­tet die For­sche­rin auf Wunsch Hin­wei­se auf Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­stel­len an.
Vor jedem Inter­view fin­det ein tele­fo­ni­sches oder video­ge­stütz­tes Vor­ge­spräch statt, in dem Fra­gen, Erwar­tun­gen und Gren­zen in Ruhe geklärt wer­den.
Die Inter­views dau­ern etwa 60 bis 90 Minu­ten und kön­nen ent­we­der in Prä­senz an einem geeig­ne­ten Ort oder online über eine gesi­cher­te Video­platt­form statt­fin­den.
Gege­be­nen­falls kann ein zwei­tes Gespräch ver­ein­bart werden.

Alle Daten wer­den streng ver­trau­lich behan­delt und voll­stän­dig anony­mi­siert.
Iden­ti­fi­zier­ba­re Namen oder Details wer­den in der Aus­wer­tung nicht ver­wen­det.
Audio­auf­nah­men wer­den nach der Tran­skrip­ti­on gelöscht.
Teil­neh­men­de kön­nen auf Wunsch das Tran­skript ihres Inter­views ein­se­hen und ein­zel­ne Zita­te vor der Ver­öf­fent­li­chung frei­ge­ben oder strei­chen lassen.

Ziel die­ser Stu­die ist es, wis­sen­schaft­lich belast­ba­re Erkennt­nis­se zu gewin­nen und zugleich einen Bei­trag zur kirch­li­chen Auf­ar­bei­tung der KIG zu leis­ten.
Nach Abschluss wird die Arbeit ver­öf­fent­licht und soll dazu bei­tra­gen, Erfah­run­gen ver­ständ­lich zu machen, Miss­brauchs­struk­tu­ren zu erken­nen und Ver­ant­wor­tungs­trä­gern ein dif­fe­ren­zier­tes Wis­sen zur Ver­fü­gung zu stellen.

Inter­es­sier­te, kön­nen sich unver­bind­lich an philippa.haase@ur.de wenden.