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Die Feri­en­zeit ist für vie­le wie eine klei­ne Aus­zeit vom All­tags­trott — ein Geschenk des Lebens, das Raum gibt für Erho­lung, Begeg­nung und Inspi­ra­ti­on.
Viel­leicht haben Sie in die­sem Som­mer neue Orte erkun­det, Freund­schaf­ten ver­tieft oder ein­fach die Zeit mit der Fami­lie und den Liebs­ten genos­sen.
Jetzt keh­ren wir zurück in den All­tag, in die Schu­le, die Arbeit, die ver­trau­ten Rou­ti­nen.
Doch der Über­gang von den sorg­lo­sen Tagen des Som­mers hin zur Struk­tur des neu­en Schul — oder Arbeits­all­tags ist für vie­le Men­schen nicht nur orga­ni­sa­to­risch, son­dern auch emo­tio­nal und spi­ri­tu­ell ein Neuanfang.

Somit star­ten wir in die zwei­te Hälf­te des Jah­res, mit all den neu­en Ter­mi­nen und Neu­an­fän­gen und den neu­en Chan­cen und Mög­lich­kei­ten, die uns per­sön­lich nun bevorstehen.

Auch in den kirch­li­chen Bezü­gen ste­hen die Zei­ten auf Neu­an­fang. Zum 8./ 9. Novem­ber wäh­len wir ab Okto­ber unse­ren Rat der Pfar­rei­en (ehe­mals GPGR).
Dan­ke, dass sich Frau­en und Män­ner bereit erklärt haben zu kandidieren.

Was sind Maß­stä­be und Hal­tun­gen für das Neue?
Wor­an sol­len wir uns orientieren?

Das heu­ti­ge Sonn­tags­evan­ge­li­um stellt uns eine Grund­hal­tung vor.
Jesus hält sei­nen Zuhö­rern und uns den Spie­gel vor:
Er lädt uns ein, die Welt aus der Sicht derer zu betrach­ten, für die sol­che Erfah­run­gen der All­tag sind.
Zur dama­li­gen Zeit waren dies Arme, Krüp­pel, Lah­me und Blin­de:
Im Bei­spiel unse­res Evan­ge­li­ums heißt das also:
Statt die Armen drau­ßen vor der Tür auf den Abfall des Fes­tes war­ten zu las­sen, soll der Gast­ge­ber sie ein­la­den, am Tisch Platz zu neh­men und ihnen die fei­nen Spei­sen und Geträn­ke zuerst reichen.

Oder der frü­he­re Erz­bi­schof von Wien Kar­di­nal Franz König drück­te es ein­mal so aus:

Die Kir­che sei.…..eine Kir­che, die die Men­schen dort auf­sucht, wo sie sind: bei der Arbeit und beim Ver­gnü­gen, beim Fabrik­tor und auf dem Fuß­ball­platz, in den vier Wän­den des Hau­ses.
Eine Kir­che der fest­li­chen Tage und eine Kir­che des täg­li­chen Klein­krams …
Eine Kir­che der Klei­nen, der Armen und Erfolg­lo­sen, der Müh­se­li­gen und Bela­de­nen, der Schei­tern­den und Geschei­ter­ten im Leben, im Beruf, in der Ehe.
Eine Kir­che derer, die im Schat­ten ste­hen, der Wei­nen­den, der Trau­ern­den.
Eine Kir­che der Wür­di­gen, aber auch der Unwür­di­gen, der Hei­li­gen, aber auch der Sün­der.
Eine Kir­che — nicht der from­men Sprü­che, son­dern der stil­len, hel­fen­den Tat.
Eine Kir­che des Volkes.“

(Kar­di­nal Franz König, gefun­den in: Brü­cke. Pfarr­blatt der Katho­li­schen Pfar­ren Leo­bens, 36. Jhg. Num­mer 2, April-Mai 2011.) 

Ich wün­sche Ihnen und Ihren Fami­lie Freu­de und Zuver­sicht in ihren per­sön­li­chen Neuanfängen!

Ihr Wolf­gang Herz, Gemeindereferent