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Wenn Gottes Liebe brennt
Geistlicher Impuls
Pfarrnachrichten 34–37 (15. August 2026 bis 13. September 2026)
Pfarrnachrichten Ausgabe 34 — 37 2026 15.08.2026 — 13.09.2026
Weizen und Unkraut
Geistlicher Impuls
- Wenn Gottes Liebe brennt
Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal so gegangen wie mir: Man liest in den Pfarrnachrichten die Messintention „für die armen Seelen im Fegefeuer“ und stolpert innerlich darüber.
Die Sprache wirkt alt, das Bild vielleicht sogar verstörend.
Und doch verbirgt sich dahinter eine tiefe christliche Hoffnung.Eine Messintention bedeutet, dass die heilige Messe in einem besonderen Anliegen gefeiert wird.
In der Eucharistie bringen wir Menschen vor Gott — Lebende ebenso wie Verstorbene.
Wir vertrauen darauf, dass unsere Verbundenheit und unser Gebet nicht einfach im Tod enden.Doch gerade das Wort „Fegefeuer“ führt leicht in die Irre.
Das lateinische purgatorium verweist auf Reinigung.
Gemeint ist weniger ein Ort als die Reinigung/ Läuterung und Vollendung des Menschen durch Gott.
Die Bibel spricht davon in Bildern.
Gottes Feuer muss nicht physisch brennen, nicht vernichten, sondern kann verwandeln — wie bei der Begegnungen zwischen Mose und Gott am brennenden Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt (vgl. Ex 3,2).Die Reformatoren lehnten die katholische Lehre vom Fegefeuer ab, das Konzil von Trient hielt an ihr fest.
Biblische Wurzeln finden sich etwa im zweiten Buch der Makkabäer, wo das Gebet für die Verstorbenen bezeugt wird (vgl. 2 Makk 12,44–45).
Auch die frühe Kirche kannte dieses Gebet.
Gewiss gab es später Fehlentwicklungen und eine Frömmigkeit, die mit der Angst vor Fegefeuer und Hölle arbeitete.
Doch das darf den Kern dieser Hoffnung nicht verdecken.
Das Purgatorium ist keine „Hölle light“! Es geht um die Vollendung derer, die zu Gott gehören.Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Das Werk eines jeden wird offenbar werden … Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch“ (vgl. 1 Kor 3,12–15).
„Wie durch Feuer hindurch — dieses Bild spricht mich an.
Ich kenne meine Grenzen und weiß, wie oft es mir an einer vollkommenen Liebe fehlt.
Das zu erkennen, ist manchmal unangenehm, manchmal beschämend.
Es kann sich wie ein inneres Brennen anfühlen.
Einmal vor Gott zu stehen und mich selbst in seinem Licht zu erkennen, stelle ich mir schön und schmerzhaft zugleich vor: schön, will ich geliebt bin, weil ich Gott schauen und für immer in seiner Gemeinschaft leben darf; schmerzhaft, weil ich
erkenne, wo ich seinem Gebot der Liebe nicht entsprochen habe: wo ich mich selbst, meine Nächsten und Gott nicht so geliebt habe, wie es möglich gewesen wäre.Deshalb vertraue ich darauf, dass Gott uns heilt und vollendet.
Dass die Kirche für die Verstorbenen betet, ist für mich kein Ausdruck von Angst, sondern ein Zeichen der Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit — auf seinen heilenden Blick der Liebe, ein Zeichen der Verbundenheit des Leibes Christi über den Tod hinaus. Ich bin überzeugt, wir können unseren Verstorben etwas gutes tun -„den Rücken stärken“.
Das Ziel ist die ewige Gemeinschaft mit Gott.Von Maria glaubt die Kirche, dass sie bereits mit Leib und Seele in Gottes ewige Gemeinschaft aufgenommen ist.
Für sie brauchen wir nicht mehr beten.
Sie betet für uns.
Das feiern wir am 15. August: Mariä Aufnahme in den Himmel.
In ihr sehen wir das Ziel, zu dem auch wir alle unterwegs sind.
Maria erinnert uns daran, dass unser Leben nicht im Tod endet, sondern in Gottes Liebe seine Vollendung findet.
Sie macht uns Mut, diesem Gott zu vertrauen: dem Gott, der nicht vernichtet, sondern reinigt; der nicht verwirft, sondern heilt und vollendet.Ihr Mike Hottmann, Vikar


