loader image
  • Geist­li­cher Impuls (12. Juli 2020)

    Geistlicher Impuls

     

    Caritas

    Jesus will Johan­nes, den Täu­fer im Gefäng­nis besu­chen. Der Wär­ter fragt ihn zunächst, was er von jenem wol­le. Jesus ant­wor­tet ihm: „Ich bin gekom­men, ihn zu befrei­en.“ Der Wär­ter ist über­rascht und fragt: „…aus sei­nem Gefäng­nis?“ Jesus aber ent­geg­net: „Nein. In sei­nem Gefäng­nis.“ Die­se Sze­ne aus einem Monu­men­tal­film über das Leben Jesu basiert zwar nicht auf einer Peri­ko­pe eines Evan­ge­li­ums, legt aber den Fin­ger sehr gekonnt auf den ver­meint­lich fei­nen Unter­schied zwi­schen sozia­ler Tätig­keit und cari­ta­ti­vem Han­deln.

    Ober­fläch­lich betrach­tet ist die Abschaf­fung eines Not­stan­des – in die­sem Fall der Gefan­gen­schaft – hin­rei­chend, um der Zuwen­dung eine Form zu geben.

    Die Gefan­ge­nen zu befrei­en, die Nack­ten zu klei­den, den Armen Geld zu geben – all die­se Hil­fe­stel­lun­gen sind sicher in sich gut! Es sind Zuwen­dun­gen, die sich zwei­fel­los als loh­nen­de Ein­sät­ze bezeich­nen las­sen. Das, wor­an es fehlt, ist bestimmt auch nicht die gute Absicht und in die­sem Rah­men ist auch das gesetz­te Ziel ein gutes. Jedoch: Die­se Art von Zuwen­dung rich­tet sich immer auf eine Sache: auf eben zum Bei­spiel die Gefan­gen­schaft, die Nackt­heit und die mate­ri­el­le Armut. Jene ande­re Zuwen­dung, die Lie­be, die Cari­tas zielt nie auf eine Sache, son­dern immer auf den Men­schen.

    Die Ver­än­de­rung des Sach­zu­stan­des ist im Plan ent­hal­ten, aber zweit­ran­gig. Die ledig­li­che Bemü­hung, Abhil­fe von Miss­stän­den zu schaf­fen, die akti­ve Ver­än­de­rung durch Zuwen­dun­gen von finan­zi­el­len Mit­teln, von Lebens­mit­teln, Klei­dern, Unter­künf­ten unter­nimmt zwei­fel­los not­wen­di­ge Schrit­te, in Not gera­te­nen Men­schen zu Hil­fe zu kom­men. Viel­leicht aber gerät den­noch dabei der gan­ze Mensch aus dem Blick, der eben nicht „vom Brot allein“ lebt. Der Begriff der Cari­tas oder auch Dia­ko­nie umfasst ein sehr gro­ßes Gebiet kirch­li­chen Han­delns. Die weit­ver­brei­te­te Reduk­ti­on auf sozia­les Han­deln stellt eine Eng­füh­rung auf die Sache dar, die der Rea­li­tät nicht ent­spre­chen soll­te. Die Not der Men­schen hat sehr vie­le Gesich­ter, auf die das rein sozia­le Han­deln mit sei­ner Bemü­hung, Abhil­fe zu schaf­fen, vie­le Ant­wor­ten geben kann. Die Men­schen brau­chen eben die oben bereits genann­ten Güter: Essen, Woh­nung, Geld. Die Erfah­rung zeigt aber, dass der Umgang mit den gege­be­nen Mit­teln häu­fig das ist, wor­an es eigent­lich man­gelt.

    Der Ver­gleich von Pro­ble­men extrem unter­schied­li­cher Ein­kom­mens­ka­te­go­rien führt zu dem Ein­druck, dass Glück und Zufrie­den­heit eher abhän­gig sind von der per­sön­li­chen Ein­stel­lung zu äuße­ren Umstän­den als von eben die­sen äuße­ren Umstän­den. Es ist natür­lich wich­tig, den bedürf­ti­gen Men­schen Hil­fe in der Sache ange­dei­hen zu las­sen. Die deut­schen Bischö­fe bewei­sen ein ange­mes­se­nes Quan­tum an Sen­si­bi­li­tät, wenn sie die Krank­heit als Kri­se des gan­zen Men­schen bezeich­nen und neben den sach­dien­li­chen Hil­fen der medi­zi­ni­schen und pfle­ge­ri­schen Betreu­ung auch mensch­li­che und geist­li­che Zuwen­dung pos­tu­lie­ren. Hier setzt zum Bei­spiel das Han­deln der über­re­gio­na­len Cari­­tas-Orga­­ni­­sa­­ti­on und der Cari­­tas-Kon­­fe­­ren­­zen vor Ort an. Es han­delt sich dabei um gesell­schaft­li­che Fak­to­ren, die kon­kur­renz­los und nicht ersetz­bar sind. In ihren ver­schie­de­nen Wer­ken der Nächs­ten­lie­be, gegen­sei­ti­ger Hil­fe wie auch mis­sio­na­ri­scher Arbeit legen sie ein christ­li­ches Zeug­nis ab. Inso­fern ist die täti­ge Nächs­ten­lie­be nicht nur gesell­schaft­li­cher Auf­trag, son­dern die Ver­kün­di­gung eines Men­schen: Jesus Chris­tus.

    Einen schö­nen Som­mer wünscht Ihnen

    Ihr Pas­tor
    Tho­mas Kub­sa

     

     

     

     

    Geistlicher Impuls

    Pas­tor Tho­mas Kub­sa

  • Geist­li­cher Impuls (21. Juni 2020)

    Geistlicher Impuls

     

    Zeit, die Din­ge neu zu sehen …

    ….ein Slo­gan, der uns in den letz­ten Wochen immer mal wie­der in der Wer­bung begeg­net und die­ser Satz ist tat­säch­lich unse­re täg­li­che Her­aus­for­de­rung.
    Am Mon­tag bricht die letz­te Schul­wo­che an und dann sind Feri­en.
    Eigent­lich hät­ten wir im Team in die­ser Woche alle Hän­de voll zu tun, weil alle Schu­len einen Abschluss­got­tes­dienst fei­ern, beson­ders auch um die 4. Kläss­ler aus ihrer Grund­schul­zeit zu ver­ab­schie­den und für den neu­en Weg zu seg­nen. Eigent­lich …
    In die­sem Jahr ist eben alles anders. Die Schu­len wer­den über­rollt von immer neu­en Bestim­mun­gen und wis­sen teil­wei­se nicht, wie sie dar­auf reagie­ren sol­len. Für die meis­ten kommt jeden­falls ein Schul­got­tes­dienst nicht in Fra­ge.

    Zeit, die Din­ge neu zu sehen …

    Wir haben über­legt, wie wir den Kin­dern trotz­dem eine Segens­ges­te und unse­re guten Wün­sche zukom­men las­sen kön­nen. Die Idee: klei­ne Segens­tüt­chen packen mit einem Segens­ge­bet, einem Bänd­chen, einem bemal­ten Stein und guten Wün­schen von den Ver­ant­wort­li­chen der bei­den Kir­chen, evan­ge­lisch und katho­lisch. Mir ist das eigent­lich nicht genug und es ersetzt auch kei­ne Begeg­nung. Aber …

    Zeit, die Din­ge neu zu sehen …

    Mei­ne Arbeit hat sich in den ver­gan­ge­nen Wochen sehr ver­än­dert. Sie bestand zum gro­ßen Teil aus Brie­fe schrei­ben, tele­fo­nie­ren, Tüten packen, ver­schi­cken, rum­brin­gen, ver­tei­len … Oft­mals war das die ein­zi­ge Kon­takt­mög­lich­keit zu den uns anver­trau­ten Men­schen: in Alten­hei­men, in Schu­len, zu den Kom­mu­ni­on­kin­dern und ihren Eltern, zu den kfd-Frau­en und, und, und …
    Wie sehr habe ich die ers­ten Begeg­nun­gen, die wie­der sein durf­ten, genos­sen!
    Und auch die Feri­en wer­den in die­sem Jahr anders sein. Vie­le geplan­te Rei­sen kön­nen nicht ange­tre­ten wer­den. Die Kunst für alle wird sein, das Bes­te dar­aus zu machen und mit dem zufrie­den zu sein, was die Situa­ti­on gera­de her­gibt. Ich hof­fe und wün­sche allen, beson­ders den Fami­li­en, die die schwers­ten Zei­ten durch­lebt haben, dass sie ihre inne­re Zufrie­den­heit bewah­ren oder wie­der­fin­den.

    Zeit, die Din­ge neu zu sehen …

    Den Kin­dern und Fami­li­en wün­sche ich erhol­sa­me Feri­en. Denen, die kei­ne Feri­en haben, wün­sche ich Erho­lung nach Fei­er­abend, an den Wochen­en­den und in ihrem Urlaub.
    Blei­ben Sie alle behü­tet und sei­en Sie herz­lichst gegrüßt,

    Ihre
    Rita Drans­feld,
    Gemein­de­re­fe­ren­tin

     

     

    Geistlicher Impuls
  • Geist­li­cher Impuls (31. Mai 2020)

    Geistlicher Impuls

     

    Das Wunder gelungener Kommunikation — Pfingsten

    Lie­be Mit­chris­ten im Pas­to­ra­len Raum,

    Sie ken­nen alle die bibl. Bil­der, die etwas ins Wort zu fas­sen ver­su­chen, was so schwie­rig ist zu kom­mu­ni­zie­ren, den Hl. Geist.

    In der Lesung von Pfings­ten wer­den wir als Zuhö­rer hin­ein­ge­nom­men in das dama­li­ge Gesche­hen der Jün­ger. Die Bil­der und Tex­te spre­chen von Furcht der Jün­ger, dann das gewal­ti­ge Brau­sen, die Feu­er­zun­gen und auf ein­mal die Fähig­keit der Jün­ger, die Spra­che der dort ver­sam­mel­ten Men­schen zu ver­ste­hen.

    Die­se ein­fa­chen Jün­ger waren auf ein­mal in der Lage die Bot­schaft Jesus wei­ter­zu­tra­gen. Men­schen wur­den von der Bot­schaft des Evan­ge­li­ums immer mehr ange­zo­gen und es ent­stand im Lau­fe der Zeit Kir­che.

    Eine gelun­ge­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on — Was hat­ten die­se Jün­ger und Jün­ge­rin­nen in ihrem Reper­toire, das ihnen dies so gelin­gen konn­te? Sie müs­sen den Nerv der Men­schen getrof­fen haben, aber nicht nur ver­bal, son­dern es war die Aus­strah­lung, die von ihnen und den Anhän­gern aus­ging. Die­se war so attrak­tiv, dass die Gemein­schaft grö­ßer und grö­ßer wur­de. Fer­ner konn­te man fest­stel­len, dass zwi­schen Gesag­tem und Geleb­tem eine Ein­heit bestand – Die Jün­ger waren authen­tisch, glaub­wür­dig!

    Heu­te haben wir zwar viel­fäl­ti­ge Kanä­le, um die Bot­schaft zu den Men­schen zu tra­gen. Teil­wei­se gelingt dies, aber oft machen wir ja auch die Erfah­rung nicht gelun­ge­ner Kom­mu­ni­ka­ti­on. Kom­mu­ni­ka­ti­on damals wie heu­te braucht Viel­fäl­tig­keit, Krea­ti­vi­tät und ein Gespür für die Men­schen, was ihnen unter den Nägeln brennt.

    Las­sen wir uns an Pfings­ten von die­sem Geist-Got­­tes wie­der neu anste­cken und sei­en wir offen für die Fra­gen der Men­schen und die Anfor­de­rung unse­rer Zeit. Die Begeis­te­rung unse­res Glau­bens ist unser Ange­bot hier­zu.

    Ihnen und Ihren Fami­li­en wün­sche ich fro­he und geseg­ne­te Pfings­ten.

    Ihr

    Wolf­gang Herz,
    Gemein­de­re­fe­rent

     

     

    Geistlicher Impuls

    Wolf­gang Herz, Gemein­de­r­fe­rent

  • Geist­li­cher Impuls (10. Mai 2020)

    Geistlicher Impuls

    vom 10. Mai

    Lie­be Schwes­tern und Brü­der,

    wir gehen auf das Fest „Chris­ti Him­mel­fahrt“ zu.
    Hat sich Jesus ein­fach „in Luft“ auf­ge­löst?
    Nein, er hat sich nicht ein­fach in Luft auf­ge­löst, denn das hie­ße ja, dass er nicht mehr da ist und es wäre dann so, als habe es ihn nie gege­ben.
    Jesus war jedoch da. Jesus ist immer noch da und Jesus bleibt da.
    Nur so ganz anders. Den Bli­cken der Jün­ger und unse­ren Bli­cken ent­zo­gen. Er ist zu sei­nem Vater in den „Him­mel“ heim­ge­kehrt.
    Das heißt nicht, dass die Ver­bin­dung ein­fach abge­bro­chen ist.
    Schmerz­haft war natür­lich für uns als Kir­che, dass die sonst erfahr­ba­re, sakra­men­ta­le Ver­bin­dung durch die hl. Eucha­ris­tie und durch die ande­ren Sakra­men­te, eben doch wie abge­bro­chen schien. Vie­len war die Mög­lich­keit, die Got­tes­diens­te wenigs­tens digi­tal mit­fei­ern zu kön­nen, eine klei­ne Hil­fe und ein Trost.
    Wir sind aber kei­ne digi­ta­le, vir­tu­el­le Kir­che. Wir sind eine sakra­men­ta­le Kir­che, das Sakra­ment braucht den täti­gen Voll­zug und auch die Gemein­schaft.
    Von einer Nor­ma­li­tät sind wir noch weit ent­fernt. Wir wer­den vie­les spä­ter auf­ar­bei­ten müs­sen.
    Auch wenn öffent­li­che Got­tes­diens­te wie­der gefei­ert wer­den kön­nen, so sind die Ein­schrän­kun­gen immer noch schwer­wie­gend und die Bedin­gun­gen nicht opti­mal. Wir wer­den wei­ter um den rich­ti­gen Weg rin­gen, viel­leicht sogar getrof­fe­ne Ent­schei­dun­gen noch ein­mal über­prü­fen müs­sen, um unse­rer Ver­ant­wor­tung in allen Berei­chen gerecht zu wer­den.
    Blei­ben wir bei­sam­men, ver­su­chen wir, das Bes­te dar­aus zu machen. Aber immer mit dem Herrn an unse­rer Sei­te. Er ist nicht weg, er war auch nie weg. Jesus setzt sich nicht von uns ab, er setzt sich für uns wei­ter ein. Jetzt erst recht! 

    Him­mel ist nicht oben, Him­mel ist nicht unten,
    Him­mel ist in dir.
    So ist Chris­tus heu­te nicht nach oben, nicht nach unten,
    son­dern in dich gefah­ren.
    Lebe so, dass die Men­schen dich erstaunt fra­gen:
    „Was ist bloß in dich gefah­ren?“
    Und du dann ant­wor­ten kannst:
    „Chris­tus, der Herr!“       
    Xaver Käser

    Sei­en Sie geseg­net und behü­tet!
    Ihr
    Pas­tor P. W. Reh­wald

     

     

    Geistlicher Impuls
  • Digi­ta­le Brief­tau­be

     

    Lie­be Schwes­tern und Brü­der,

    Die Fas­ten­ak­ti­on ver­mehrt Gutes ruht im klas­si­schen Sin­ne etwas. Daher haben wir – die Hil­­de­­gar­­dis-Schu­­le, die Jun­ge­Kir­che Hagen-Wit­­ten und young­ca­ri­tas – uns über­legt wie wir trotz­dem Gutes ver­meh­ren kön­nen.

    Da im Moment in vie­len Alten­hei­men, Pfle­ge­hei­men und Wohn­hei­men für Men­schen mit Behin­de­rung gar kein oder nur sehr wenig Besuch emp­fan­gen wer­den darf, möch­ten wir den Men­schen, die dort leben eine klei­ne Auf­merk­sam­keit zukom­men las­sen. Dazu brau­chen wir euch! Die Idee ist, dass ihr ein Bild malt oder einen Brief schreibt und die­sen an uns schickt. Ent­we­der digi­tal, das heißt ihr foto­gra­fiert euer Werk oder scannt es ein und schickt das dann per Mail an uns. Wir dru­cken es aus und geben es in einem Alters­heim o.ä. ab. Oder ganz klas­sisch auf dem Post­weg, dann aber bit­te auch an uns, wir über­neh­men die Ver­tei­lung.

    Für den digi­ta­len Weg bit­te mei­ne E‑Mail Adres­se ver­wen­den: sommer@caritas-hagen.de

    für den Post­weg bit­te an Cari­tas­ver­band Hagen e.V. Fran­zis­ka Som­mer, Berg­str. 81, 58095 Hagen sen­den.

    Bei einem Bild sind eurer Fan­ta­sie natür­lich kei­ne Gren­zen gesetzt, viel­leicht könnt ihr auch noch einen klei­nen Gruß oder ein auf­mun­tern­des Wort dazu schrei­ben.

    In einem Brief könnt ihr etwas über euch erzäh­len, was ich so macht, zu wel­cher Schu­le ihr geht, über eure Hob­bys oder eure Fami­lie oder wie ihr die Coro­­na-Zeit zu Hau­se ver­bringt. Natür­lich wäre auch hier ein auf­mun­tern­des Wort schön, dass die Zeit bald vor­bei geht usw.

    In dem Sin­ne, lasst uns gemein­sam ver­mehrt Gutes tuen und ande­ren eine Freu­de berei­ten.

    Fran­zis­ka Som­mer, Chris­ti­an Haa­se , Tho­mas Wertz

Archivierte geistliche Impulse

Hier fin­den Sie sämt­li­che geist­li­chen Impul­se der letz­ten Mona­te Ihres Pas­to­ra­len Rau­mes Hagen-Mit­te-West. Lesen Sie nach!

Zum Impuls-Archiv