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Neues aus dem pastoralen Raum
Libori
.. ab dem 25. Juli in Paderborn!
Weizen und Unkraut
Geistlicher Impuls
Pfarrnachrichten 30–33 (18. Juli 2026 bis 16. August 2026)
Pfarrnachrichten Ausgabe 30 — 33 2026 18.07.2026 — 16.08.2026
Sommergarten Geistreich
.. ab dem 20. Juli immer um 19.00 Uhr in St. Michael!
- Weizen und Unkraut
Liebe Leserinnen und Leser!
Ein Sprichwort sagt: „Wehret den Anfängen“. Wer kennt das nicht? — Es ist oft leichter eine Tüte Chips gar nicht erst aufzumachen, als nach einer Handvoll aufzuhören.
Oder aber eben nur einen Riegel Schokolade zu genießen und dann nicht weiterzuessen.In einem Gleichnis Jesu wollen die Bauern auch den Anfängen wehren und aufkeimendes Unkraut sofort ausreißen.
Sie wollen verhindern, dass es weiterwachsen kann.Ganz anders dagegen reagiert der Gutsherr, der den Acker bestellt hat: „Lasst es wachsen bis zur Ernte“!
Warum?
Sieht er die Gefahr nicht, dass der gute Samen und die Früchte eventuell vom Unkraut überwuchert werden?
Jeder von Ihnen, der einen Garten hat, wird über solch ein Verhalten den Kopf schütteln.
Wer lässt schon das Unkraut bis zur Ernte stehen?Es geht hier im Gleichnis aber nicht um beliebiges Unkraut.
Richtig übersetzt geht es um eine ganz spezielle Sorte: den Taumel-Lolch.
Diesem Gewächs ist eigen, dass es im ersten Wachstumsstadium dem Weizen genau gleich ist, nur im Erntestadium kann man die Frucht vom Unkraut unterscheiden.
Dazu kommt, dass die Wurzeln des Taumel-Lolchs sich mit den Wurzeln des Weizens verbinden bzw. sich um diese schlingen.
Das Wachsenlassen hilft also, nicht zugleich den guten Weizen mit auszureißen.Und somit spricht das Gleichnis eine andere sehr wichtige Realität in unserem Leben an.
Manchmal ist im Leben am Anfang noch nicht klar ersichtlich, ob es sich um Unkraut oder Weizen handelt.Am Beginn einer Beziehung weiß ich eben noch nicht, ob sie am Ende für mich und mein Leben fruchtbar ist.
Am Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums ist eben noch offen, ob das gut oder weniger gut und erfolgreich ist.
Vieles muss erst wachsen, damit ersichtlich wird, ob es gute oder schlechte Frucht hervorbringt.
In unserer Zeit ist das Thema „Etwas wachsen und entstehen lassen“ für viele Menschen schwierig.
Man will gleich zu Beginn einer Partnerschaft wissen, ob das auch hundertprozentig die richtige Frau oder der richtige Mann ist.
Oder man investiert Zeit und Energie in ein Projekt oder ein Vorhaben und will damit von Anfang an Erfolg haben.
Misserfolg, Scheitern, Unkraut wachsen lassen … — das steht nicht im gesellschaftlichen Trend.Jesus macht uns mit diesem Gleichnis Mut, dem Wachsen-Lassen mehr Bedeutung zu schenken als der Frage nach der Scheidung von Gut und Böse oder nach der Ernte.
Er tut dies in einer Zeit, in der kaum noch Raum und Zeit da ist, das Wachsen in den Blick zu nehmen.
Viel zu schnell schauen wir, ob mir das etwas bringt oder nicht.Wo gibt es in meinem Leben etwas, bei dem es gerade darum geht, etwas wachsen zu lassen, ohne abzusehen, ob es hilfreiche oder schwierige Auswirkungen für mich haben kann?
Und: Wo stehe ich in der Gefahr, etwas zu schnell auszureißen, bevor überhaupt sichtbar werden kann, ob es Unkraut oder Weizen ist?Als Kirche befinden wir uns in einer Phase tiefgreifender Veränderungen.
Vieles wird neu gedacht, soll/muss anders getan werden.
Werden diese Veränderungen fruchtbarer Weizen oder Unkraut sein?
Auch hier brauchen wir die Geduld, es wachsen zu lassen.
Manches wird sich am Ende als nicht fruchtbar erweisen, anderes dagegen ein Samenkorn für den Neuaufbruch sein.Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pastor Christoph Schneider


