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Pas­to­ra­ler Raum
Hagen-Mit­te-West

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Neues aus dem pastoralen Raum

  • “High Socie­ty”

    „High Socie­ty“[1]

    Im Sep­tem­ber durf­te ich zwei Tau­fen spen­den.
    Ich habe nicht gezählt, aber ins­ge­samt fei­ern wir erfreu­li­cher­wei­se vie­le Tau­fen in unse­rem Pas­to­ra­len Raum.
    Jede Tauf­fei­er trägt das Poten­zi­al für eine zukünf­tig leben­di­ge Kir­che in sich und jede Tauf­fei­er ist der Beginn aus der Gemein­schaft mit Gott, Jesus Chris­tus und dem Hei­li­gen Geist zu leben.
    Das Zen­trum der Fei­er bil­den das Was­ser und die Tauf­for­mel.
    Nicht weni­ger wert sind die Wor­te und Zei­chen in der Peri­phe­rie.
    Zwei möch­te ich her­vor­he­ben.
    Die Fra­ge nach dem Namen des Kin­des oder der Tauf­kan­di­da­ten bei Erwach­se­nen und die Sal­bung mit dem Chri­sam.
    Wenn ein Mensch in die Gemein­schaft der Kir­che ein­tre­ten oder auf­ge­nom­men wer­den möch­te, wer­den den Eltern und Paten oder Tauf­be­wer­bern Fra­gen gestellt.
    Die ers­te Fra­ge ist eben nicht die Fra­ge nach Her­kunft, nach Leis­tun­gen, nach Kon­to­stän­den oder Lebens­zie­len, son­dern die Fra­ge nach dem Namen.
    Der Name ist Aus­druck unse­rer Wür­de.
    Wir sind Per­son und kei­ne bil­li­ge Num­mer.
    Wir tra­gen einen Namen, der uns ansprech­bar für Men­schen und für Gott macht.
    Mit Namen gehe ich stets acht­sam um, weil sie eng mit uns ver­bun­den sind und eine Ver­un­glimp­fung zu Ver­let­zun­gen füh­ren kann.
    Spitz­na­men sind häu­fig Aus­druck von Wohl­wol­len, Freund­schaft und bestimm­ter Eigen­schaf­ten von Men­schen.
    In der Anti­ke rie­ben sich die Rin­ger mit Öl ein, damit der Geg­ner eine gerin­ge­re Chan­ce zum Zupa­cken hat­te – die­ses Bild habe ich von einem Mit­bru­der ken­nen­ge­lernt und manch­mal grei­fe ich es auf, um deut­lich zu machen, dass die Sal­bung mit dem Chri­sam auch ein Schutz gegen lebens­feind­li­che Kräf­te ist.
    Natür­lich reicht der Kampf­sport nicht aus, um dem groß­ar­ti­gen Geschenk der Sal­bung einen Zugang anzu­bie­ten.
    Denn gera­de im Zei­chen des Chri­sams grün­det sich unser gemein­sa­mes Tauf­pries­ter­tum.
    „Wer getauft ist, hat eine drei­fa­che Sal­bung erhal­ten: zum Pries­ter, der betet, zum König, der Ver­ant­wor­tung trägt für sei­ne Umge­bung, und zum Pro­phe­ten, der Got­tes Wort kün­det.“[2]
    In der Tauf­fei­er ergän­ze ich die Deu­tung von Beni­ni,  weil das Pries­ter­li­che für die Kunst des Lie­bens steht.
    Chris­ten tra­gen die Gabe der Nächs­ten­lie­be in sich.
    Das König­li­che beschreibt auch unse­re Frei­heit.
    Wir gehö­ren Gott und sonst nie­man­dem.
    Wir gehen Bünd­nis­se und Freund­schaf­ten mit Men­schen ein, aber es darf nie zu Besitz­ver­hält­nis­sen kom­men.
    Das Pro­phe­ti­sche birgt auch die Kraft in sich, dass ich mich als Mensch und Christ zei­gen kann.
    Ich darf und soll mein Wort machen, mich ein­brin­gen, um Welt und Kir­che zu gestal­ten.
    Name und Sal­bung sind Aus­druck unse­rer Wür­de, die uns Gott gege­ben hat.
    Aus dem Sakra­ment der Tau­fe zu leben, bleibt gewiss ein Lebens­pro­jekt, gleich­zei­tig zeigt es auch unse­re Auf­ga­be und Ver­ant­wor­tung an, die Welt im Sin­ne Got­tes zu verändern.

    Ihr Pfar­rer D. Salzmann

    [1] Christ in der Gegen­wart 38/2026; Prof. Dr. Mar­co Beni­ni, S.8

    [2] ebd.